Tristan Reckhaus: Ein Rockstar-Startup bringt von Allem das Wesentliche zusammen

Im zweiten Vorbereitungsvideo zur Seedlounge @ CeBIT Webciety 2012 haben wir Tristan Reckhaus, Verantwortlicher des deutschen IBM Global Entrepreneur Programms und Unterstützungspartner der Seedlounge, zur Startup-Szene in Deutschland und den Merkmalen von Rockstar-Startups ausgefragt.

Hört, was er geantwortet hat:

[youtube]GLfav6z-eo8[/youtube]

BTW – wer am Donnerstag, den 08.03., auf der CeBIT ist, sollte es nicht missen, bei dem “Anniversary Event” des IBM Global Entrepreneur Programm vorbeizuschauen. Anmeldungen unter: http://www-05.ibm.com/de/events/global-entrepreneur/

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Sarik Weber: Deutsche Startup-Szene ist auf dem Vormarsch

Im Rahmen unserer Vorbereitungen zur Seedlounge @ CeBIT Webciety 2012 traf Björn am vergangenen Montag auch Sarik Weber, Geschäftsführer von Hanse Ventures und damit Unterstützer der Seedlounge, in Hamburg. Neben der Besprechung über die Inhalte des von Hanse Ventures im Rahmen des Seedlounge Accelerator Programms ausgerichteten Markt- und Wettbewerbs-Workshop haben die Beiden auch ein kurzes Interview durchgeführt.

Dabei hat Sarik Weber einige markante Einschätzungen über den Status-Quo der deutschen Startup-Szene und seine Bewertung von spannenden Startup-Ideen und interessanten Gründern gegeben. Aber hört selbst:

[youtube]s8TiPiF0rpg[/youtube]

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Interview mit Matthias Hornberger von Kizoo

Wie bewerten Sie die Möglichkeiten für die Frühphasen-Finanzierung in Deutschland?

Das kommt auf die Perspektive an. Als Investor mit Branchenerfahrung sind die Potentiale sehr attraktiv. Aus Gründersicht sind die Möglichkeiten gerade in der typischen Investitionsbandbreite von € 0,5 bis 1 Mio. immer noch limitiert, da sich Business Angels in der Größenordnung selten bewegen und klassische VCs eher siebenstellige Investments suchen. Diese Lücke füllen, neben dem sehr wichtigen HTGF, zunehmend ehemalige Unternehmer, sogenannte “Super Angels”, die innovativen Konzepten und mit kleinen, schlagkräftigen Einheiten aktiv sind. Ich denke da an Point Nine Capital, Passion Capital, HackFwd, Hanse Ventures oder auch wir Kizoo Technology Ventures. Zudem gibt es einige neue, lokal geförderte Fonds, z.B. in Hamburg und München. Für Gründer sollte es also gut möglich sein, eine Finanzierung zu erhalten – die Marktentwicklung ist eindeutig positiv.

Wo sehen Sie interessante Investionsfelder als Investor in Deutschland?

Wir bei Kizoo sind seit Anfang des Jahres besonders fokussiert auf Software-as-a-Service-Lösungen. In diesem Bereich sehen wir hervorragende Perspektiven. Wir gehen davon aus, dass in Deutschland in den nächsten Jahren ein Großteil der Unternehmenssoftware nicht mehr lokal auf PCs oder Servern installiert sein wird, sondern ganz selbstverständlich als Software-as-a-Service in Anspruch genommen werden wird. Aber auch im Umfeld der mobilen und webbasierten Dienste für Endkunden sehen wir noch Potentiale, z.B. im Crowd Sourcing oder bei Collaboration Services.

In welcher Funktion sehen Sie den Investor in der Frühphase eines Startups?

Der Investor sollte als Sparringspartner agieren, für das Geschäftsmodell, die Positionierung, den Markteintritt und das Business Building. Im Idealfall ist der Investor – so zumindest ist unsere Philosophie – nicht nur reiner Geldgeber, sondern kann den Gründern auch mit entsprechendem Know-how aus eigener unternehmerischer Historie weiterhelfen. Dennoch sollten immer die Gründer diejenigen sein, die ihre Vision und ihre Geschäftsidee vorantreiben. Der Investor sollte beratend zur Seite stehen und kann natürlich – was gerade in der Frühphase eines Startups sehr wichtig sein kann – mit seinem Netzwerk entsprechend Hilfestellung geben.

Wie weit muss Ihrer Ansicht nach das Konzept des Startups ausgereift sein, um finanziert zu werden?

Für uns als VC braucht es in jedem Fall mehr als einen Businessplan. In der Regel wollen wir einen Prototypen sehen, einen klickbaren Dummy oder sonstige Mock-ups, die erkennen lassen, wie das Produkt sich “anfühlt”. Wir müssen sehen können, dass das Team in der Lage ist, ihr Geschäftsmodell soweit auch technisch umzusetzen. Natürlich muss auch das Team weitgehend komplett sein.

Welche “Zutaten” machen für Sie ein gutes Startup aus?

Die Zutaten sind bekannt: Ein gutes Team, eine gute Idee und vor allem die Leidenschaft für das eigene unternehmerische Tun. Dabei muss das Team immer bereits sein, das Konzept und sich selbst in Frage zu stellen und immer wieder neue Wege zu gehen.

Wo sehen Sie für sich als Investor das größere Potential: im disruptiven Konzept oder in der graduellen, dafür aber greifbaren Innovation?

Man muss nicht immer das Rad neu erfinden. Sicher gibt es viele Konzepte, die auf Bekanntem aufsetzen und deren Marktchancen sicher dadurch auch einfacher einschätzbar sind. Andererseits sind es natürlich gerade die disruptiven Konzepte, die spannend sind – nehmen wir das Thema Cloud Computing. Das löst jetzt die fest installierte Software nach und nach immer mehr ab. Vor Jahren hätte niemand gedacht, dass man selbst sensible Daten in der Cloud speichern wird. Sicher gibt es da aktuell auch noch Bedenken (Abhängigkeit von externen Anbietern, Schutz von vertraulichen Unternehmensdaten etc.), aber fest steht, dass es hier auch weiterhin starke Zuwächse geben wird. Disruptiv oder nicht – das Geschäftsmodell und die Marktchancen müssen uns überzeugen.

Welche Bewertungshöhe ist für die Frühphasen-Finanzierung eines Projektes akzeptabel?

Da gibt es kein festen Regeln und vor allem keine anerkannte Methode, wie DCF oder Multiples. Für uns sind zwei Dinge entscheidend: das Management Team muss eine klare Mehrheit behalten, damit der Unternehmerstatus unterstrichen wird. Wir streben substantielle Minderheitsbeteiligungen, d.h. größer 20% an. Zusammen mit der Investitionssumme ergibt sich daraus ein Korridor, den man ausloten muss. Beide Seiten müssen sich am Ende wohlfühlen.

Welche Exit-Strategien funktionieren in Deutschland?

Bis jetzt eigentlich nur M&A. Erfolgreiche IPOs gab es seit Jahren nicht und der Gang an die Börse bleibt schwer. Management Buy-Outs gibt es bis jetzt praktisch nur bei nicht erfolgreichen Projekten, auch weil die Banken hier kaum finanzieren. Künftig werden wir mehr Secondaries sehen, also Ventures oder ganze Portfolios, die von einem Investor an den nächsten veräußert werden.

Was fehlt Ihnen in der deutschen Startup-Szene?

Es ist zu einfach, auf fehlenden Mut der Investoren und fehlenden Unternehmergeist der jungen Gründer zu verweisen. An was es uns mangelt, ist auf der Investorenseite ein sinnvolles steuerliches Anreizsystem, wie es in anderen europäischen Ländern längst existiert, und etwas mehr Erfahrung bei den Business Angels. Und für die Gründer wünsche ich mir mehr unternehmerische Grundausbildung in der Schule und an den Universitäten und mehr gesellschaftliche Anerkennung des Unternehmers. Jeder Gründer verdient den Erfolg.

Wir bedanken uns recht herzlich für das Interview.

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Was macht den Rockstar-Status aus?

Das Mem vom “Rockstar Startup” ist derzeit in aller Munde – auch wir haben uns diesem in der Ankündigung für die Seedlounge Berlin unterworfen. Was steckt aber dahinter? Und was macht ein “Rockstar Startup” aus? Diesen Fragen möchte ich hier in einer kleinen Beitragsreihe nachgehen.

Als “Rockstars” versteht der englische Zeitgeist gerade die “Überflieger” bzw. “Outperformer” in einem Themenfeld, die es schaffen sich, sich gegenüber ihrem Wettbewerbern abzusetzen und dabei auch noch entsprechend in Szene zu setzen und “abfeiern” lassen. Im Startup-Kontext heißt das, dass “Rockstar Startup” nicht nur eine spannende Idee haben, sondern diese auch erfolgreich auf die “Straße” und zum “Fliegen” bringen können.

Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere die unternehmerischen “Umsetzungskompetenz” des Gründungsteams. Hierzu habe ich vor kurzem einen spannenden Beitrag von Don Rainey von Grotech Ventures aus dem letzten Jahr gefunden. Im Beitrag “5 Characteristics Of A Rockstar Startup CEO” beschreibt er, was Rockstar-Gründer auszeichnet:

  1. They know hope is not a strategy
    Die Rockstar-Gründer vertrauen nicht auf einen positiven Ausgang einer Situation, sondern steuern und garantiern diese!
  2. They don’t inspire litigation
    Die Rockstar-Gründer sind immer abgesichert – und kontrollieren ihre vertraglichen Positionen.
  3. They welcome advice
    Die Rockstar-Gründer hören zu und nutzen Ratschläge und Empfehlungen für ihre Ziele.
  4. They test, test, test
    Die Rockstar-Gründer sind nicht nur vertraglich und rechtlich abgesichert, sondern auch bezüglich ihre Entscheidungsfindung.
  5. And then they execute, execute, execute
    Statt große Worte über das Geplante zu schwingen, setzen die Rockstar-Gründer ihre Entscheidungen auch unverzüglich um.

Bedeutung der Umsetzungskompetenz

Letztendlich sind die Punkte eigentlich “Low-Brainer” – die anders formuliert auch in klassischen Management-Büchern zu finden sind, aber in dieser Auflistung doch eine gewisse Attraktivität besitzen. Am Ende des Tages ist es sicherlich immer das Zusammenspiel von Geschäftsmodell und Umsetzungskompetenz, um ein Startup zum “Fliegen” und damit zum “Rockstar-Startup” zu machen.

 

Folgt man den Feststellungen bedeutet dies aber auch, dass der Gründer bzw. das Gründungsteam die Geschäftsaktivität vollends durchblicken – sprich in allen Einzelheiten und nicht nur in seiner Idee. Dies führt wiederum zur Fragestellung, ob der Gründer eher ein “Generalist” oder “Spezialist” sein muss, um die Geschäftsaktivität erfolgreich zu machen. Im YCombinator-Forum lässt sich zu dieser Fragestellung die Antwort finden, dass der erfolgreiche CEO das Mindset eines Umsetzer haben muss, sowohl “Generalist” als auch in Teilen “Spezialist” sein muss und vor allem ein “Talent Magnet” für die richtigen Team-Mitglieder.

Was ist Eure Meinung zu diesem Thema?

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Die Startup-Szene braucht neue Finanzkonzepte

Als Abwechselung zu den “Kandidaten im Interview” haben wir im Folgenden noch ein Interview mit Christian Mueller, Leiter Social Media Marketing bei der Fidor Bank AG. Die Fidor Bank unterstützt die Seedlounge seit dem ersten Event in München im Januar 2011. Auch wenn anders als die meisten Kandidaten der Seedlounge aufgestellt – so ist die Fidor Bank doch unter die Kategorie “Startup” einzuordnen. Neben dem Kriterium “jung” gilt hier vor allem auch das Merkmal “andersartig”, womit das Geschäftsmodell der Fidor Bank zu kennzeichnen ist. Denn die Bank versucht einen neuen Weg im Bereich der Finanzdienstleistungen zu beschreiten. See more ›

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Drei Tipps für die Darstellung der Geschäftsidee!

flickrpicture by: lutz_ek


Die Seedlounge versteht sich ja als Förderer für mehr bzw. bessere Frühphasen-Finanzierung. In der Diskussion um die Höhe der Seedfinanzierung haben wir ein wichtiges Kriterium für den Finanzierungserfolg vernachlässigt: die Darstellung und die Fundierung der Geschäftsidee. Sicherlich gibt es zu diesem Thema 1000 und 1 Ratschläge, denn ist mir hierzu heute morgen ein interessanter Beitrag von Marcus Tarrant untergekommen, auf den ich hier gerne verweisen und den ich gerne als Vorbereitung für unsere Kandidaten zur Diskussion stellen möchte:

Im Beitrag “Why do most Business Plans Fail to Raise Capital?” adressiert er drei Kernpunkte, denen in schlechten Business Plänen zuwenig Bedeutung zugemessen wird:

  1. Klare Herausarbeitung und Darstellung des Geschäftspotentials hinter der Produkt-/Service-Idee
    Ich weiß selbst aus einem gescheiterten Finanzierungsversuch in der Dotcom-Zeit, wie schnell man als Gründer nur das Produkt und die Lösung vor Augen hat. Die Argumentation gegenüber dem Investor lautet dann, investieren sie in mich/uns, weil unser Produkt/Service das xyz-Problem verbessert oder gar löst. Dieser Punkt ist sicherlich ein wichtiger Ausgangspunkt für ein interessantes Geschäftskonzept, aber nicht notwendigerweise der Garant für den Investitionserfolg aus Sicht des Investors. Wichtiger für ihn (sprich den Investor) ist das Geschäftspotential im Sinne des Wertezuwachses der Unternehmen durch einen schnellen Aufbau einer Nutzerbasis (siehe Twitter und Facebook), durch immense kurzfristig erzielbare Erlösströme (siehe Groupon) oder eine Technologie bzw. Service, der bestehende und bewertbare Wertschöpfungsprozesse in Frage stellt und substituieren kann (siehe Skype). Ein spannendes Tools um die Potentiale eines Geschäftsmodells besser herauszuarbeiten und im Kontext des dynamischen Marktumfeldes ständig “vor Augen zu haben”, ist dabei sicherlich der methodische Ansatz mit dem Business Model Canvas von Alexander Osterwalder. Und um auf Marcus Tarrant hier zurückzukommen: “It is critical that the business model is clearly articulated in terms that the investor can clearly understand.”
  2. Herausarbeitung einer guten bzw. Überdenken einer schlechten Stellung in der Wertschöpfungskette
    In dem zweiten Punkt geht es um die vielfach zu wenig betrachtete Analyse der Position der angedachten Produkt- oder Servicelösung in der jeweiligen Wertschöpfungskette. Gute Geschäftsmodelle kennzeichnen sich durch eine gute Position in dieser Kette – als idealtypisches Modell sieht der Management-Guru Chesbrough ein Konzept, welches auf “open collaborative service innovation” (zwei Zusammenfassungen zu seinem letzten Buch finden sich hier und hier) fußt. Also die zukünftige Wertsteigerung des Geschäftskonzeptes ist nicht durch eigene Mehr-Investitionen in die Ideenfindung und -generierung zu erzielen, sondern durch die Kunden und Nutzer. Oder gar wird das Geschäftsmodell durch die Kunden und Nutzer in der Zukunft vorangetrieben und entwickelt und das Startup bietet dafür nur die Plattform.
  3. Herausarbeitung der Investitionsgelegenheit für die Investoren
    In “gute” Geschäftskonzepte wird sofort (bzw. nach kurzfristiger Prüfung) investiert – warum? Weil sie nach Marcus Tarrant ein “Window of Opportunity” (eine Gelegenheit für die erfolgreiche Umsetzung) darstellen. Und diese Gelegenheit ist in der Regel nicht in der Breite, sondern immer in der Nische zu suchen. Dort können Nutzerversprechen “übererfüllt” werden und damit schnell einmalige Nutzererlebnisse erzielt werden, die zu einer viralen Weiterverbreitung führen. Die Nischenmarktplätze und Mass-Customization-Ansätze der Seedlounge Kandidaten setzen genau in dieser Lücke an und konnten sich deshalb auch mit ihrer Fan-Basis gegenüber andere besser durchsetzen.

Als Fazit und Empfehlung für unsere Kandidaten ist festzuhalten, dass der formulierte Business Plan bzw. auch die Präsentation bei der Seedlounge auch noch einmal aus dem Blickwinkel der Eignung für das Investorengespräch betrachtet werden muss. Die innovative Geschäftsidee und seine formal korrekte Darstellung ist nur hinreichend für den Erfolg, notwendig ist auch, dass es emotional begeistert und für die Investoren vor den oben angeführten Punkten interessant erscheint.

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Was steckt hinter den hohen Startup-Finanzierungen in den USA?

Im Rahmen unserer Vorbereitungen zur kommenden Seedlounge in Hamburg haben Lutz und ich auch eine Twitter-Suche auf den Begriff “Seed Funding” angelegt. Unter diesem Begriff kommen regelmäßig Meldungen zu den Finanzierungssummen von US-Startups, die aber weit weg von hiesigen Verhältnissen sind.

Auf unserer FB-Seite haben wir dann mal die Frage gestellt – worin sich die überhaus hohen Finanzierungsbeträge bei US-Startups begründen, die via Twitter immer wieder veröffentlicht werden? und dabei die nahezu einstimmige, aber komplett nicht-repräsentative Meinung erhalten, dass die US Investoren gegenüber hiesigen Investoren das Potential des Seed-Fundings besser verstehen.

(Quelle: http://www.facebook.com/home.php?sk=question&id=180751981981722&qa_ref=ssp)

Die Gründe hierfür sind natürlich nicht pauschal mit dem “Nicht-Verständnis” zu erklären. Unser Jury-Mitglied Nicolas L. Fromm (The MediaLab / @NicolasFROMM) sieht vor allem die hohe Risikoaversität in Deutschland als Hinderungsgrund in der Frühphasenfinanzierung und damit natürlich auch in der Förderung von innovativen Geschäftsmodellen. “In den USA erhält man gerne einmal für ein reines Konzept (pre Launch) 2-3 Mio Funding, in Deutschland vielleicht gerade mal 500 TSD EUR. Das ist natürlich je nach Thema sehr unterschiedlich…..”, so die Aussage von Nicolas L. Fromm.

Ein anderes befragtes Jury-Mitglied, Sarik Weber von Hanse Ventures (@Sarik), wird da noch etwas präziser in der Begründung:

Die US-amerikanische Start-up-Branche unterscheidet sich in verschiedenen Faktoren von der Situation hier in Deutschland, die Auswirkungen auf die Höhe der Seedfinanzierung haben. Generell wird in den USA mehr investiert und auch Anschlussrunden – und nicht zu vergessen die Exits – sind dort in der Regel höher, weil die USA einen größeren und gleichzeitig besser skalierbaren Markt darstellen. Verglichen mit den USA sind europäische Investoren konservativer und agieren zudem auf einem kleineren, heterogenen Markt, der so nicht 1:1 auf die Situation in den USA übertragbar ist.

Was ist die Konsequenz bzw. der Rückschluss für den Gründer bzw. das Gründungsteam? Insbesondere da Deutschland keine ausgewachsenen Startup-/Technologie-/Innovations-Cluster wie das Silican Valley besitzt (siehe auch auch die Bedeutung der “Location” im Vortrag von Naval Ravikant ) braucht es ein gutes Netzwerk um an das richtige Seed-Kapital zu gelangen. Die Bedeutung der “Knüpfung wichtiger Kontakte” bestätigt uns auch Sarik Weber und fügt hinzu, “dass Gründer in Deutschland insbesondere die Möglichkeit haben, über die Seedfinanzierungssumme hinaus wertvolle Unterstützung zu erhalten – Stichwort ‘Smart Money’.  Hier hat sich mittlerweile ein Netz von erfahrenen Business Angels und Inkubatoren entwickelt, das Gründer nicht nur mit Geld sondern mit vielen Elementen der unternehmerischen Erstausstattung versorgen kann. Dazu gehören wichtige Kontakte, Branchenwissen und persönliche Erfahrungswerte”.

Auch wir sehen die Bedeutung der Vernetzung für die Förderung innovativer Unternehmensgründungen und versuchen mit dem Seedlounge-Projekt und seinen Events dazu beizutragen. In diesem Sinne freuen wir uns sehr auf die Veranstaltung am kommenden Mittwoch.

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Was ist ein guter Elevator Pitch? Am Beispiel der Gnowsis-Präsentation

flickrpicture by: stevensnodgrass

Wir wollen unseren teilnehmenden Startups aber natürlich auch allen Anderen ein paar Tipps für den so genannten “Elevator Pitch” geben. Der Elevator Pitch ist in vielen Startup-Veranstaltungen und sonstigen Startup-Präsentationsmöglichkeiten das gesetzte Format. Wie macht man es also richtig?

Legt man die Beschreibung von Wikipedia zugrunde, dann bezieht sich der Name und die Länge des “Elevator Pitch” auf die kurze Fahrtzeit in einem Fahrstuhl (ca. 30 Sekunden), während dessen jemand seinem Chef seine neuen Ideen präsentieren kann.

Zugegeben: 30 Sekunden sind für unsere Veranstaltung dann doch etwas knapp bemessen. Aber die Kernaussage bleibt bestehen: kurz, knackig und auf den Punkt zählt mehr als 1000 Worte. Der Elevator Pitch richtet sich in unserem Fall an Privatinvestoren, Business Angels, Vertreter von Venture Captital-Firmen, anderen Startups und dem sonstigen Publikum vor Ort. Es geht hier um ausführliche Präsentation des Geschäftskonzeptes, sondern um das “Mitnehmen” auf die Reise in die Startup-Idee.

Daher nochmals: “In der Kürze liegt die Würze”. So sollten die Zuhörer nicht mit vielen Zahlen und Historien quält, sondern emotional für das zu lösende Problem und das Versprechen des Startups an seine Nutzer bzw. Kunden in den Bann gezogen werden. Im Wikipedia-Beitrag wird auf das AIDA-Konzept verwiesen, wobei uns das etwas zu technokratisch rüberkommt. Inhaltlich sehen wir folgende Punkte, die im Pitch vermittelt werden sollten:

  • Problemstellung und Ansatzpunkt für Startup-Idee
  • Lösungskonzept und Kundenversprechen der Startup-Idee
  • Team & Vision für die Entwicklung der Startup-Idee
  • Ansatzpunkte für das Erlösmodell (womit wird Geld verdient?)
  • Status-Quo und Grund für Kapitalsuche

Wichtig ist, dass die Startup-Idee faszinierend rüberkommt. Insbesondere für die Seedlounge und deren Ablauf (öffentliche Abstimmung für die Teilnahme an der Finalrunde) ist es wichtig, dass ein “klares” Bild von der Idee und dem Konzept in den Köpfen der Zuhörer entsteht. Die emotionalisierte Darstellung der Problemstellung und die präzise Vorstellung des Lösungsansatzes sind daher enorm wichtig.

Als Beispiel möchten wir auf den Pitch von Leo Sauermann von Gnowsis bei der ersten Seedlounge in München verweisen. Hier sind sowohl gute aber auch weniger gute Stellen im Vorgehen zu finden:

Am Anfang wird das Wichtigste auf den Punkt gebracht verliert. Dann verliert sich Leo Sauermann aber (ca. 3 Minuten lang) in Einzelheiten. Ab Minute 4 wird es wieder klarer – hier werden präzise die Alleinstellungsmerkmale aufgezeigt und wir erfahren wohin es mit Gnowsis gehen soll. Am Ende geht der Sprecher auf das Geschäftsmodell ein, was für den Pitch viel zu weitgehend ist. Statt der damaligen vordefinierten 6min überzieht Leo Sauermann auf 7:35 min – da wir in Hamburg strikt auf die Zeiten achten müssen, werden wir dort viel “härter” abbrechen.

Ich hoffe die Tipps konnten ein wenig helfen und ich freue mich auf Eure Kommentare und Ideen worauf Ihr bei einem Elevator Pitch Wert legt oder Wert legen würdet.

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So you want to raise seed capital… – Tipps von Chris Dixon

Bei der Twitter-Recherche für unsere Kandidaten-Liste sind wir gerade über einen interessanten Beitrag von Chris Dixon auf CNN Money gestolpert, in dem ein paar Tipps zum Seed-Fundraising stehen, die ich hier gerne teilen möchte:

1. Best thing is to either never need to raise money or to raise money after you have a product, users, or customers.

2. Assuming that’s not the case, it is very difficult to raise money, even when people (e.g. press) are saying it’s easy and “everyone is getting funded.”

3. Fundraising is a momentum-based process. Hardest part is getting “anchor” investors.

4. Investors like to wait (“flip another card over”) while you want to hurry.

5. Network like crazy!

6. Get smart on the industry!

6. How much to raise? Enough to hit an accretive milestone plus some buffer.

7. What terms should you look for? Here are ideal terms.

8. Types of capital: Strategic angels (industry experts), non-strategic angels (not industry experts, not tech investors), tech angels, seed funds, VCs.

9. Pitching: Be prepared!

10.  Cofounders: They are good if for no other reason than moral support. Find ones that complement you.

11. Incubators like YC and Techstars can be great. 99% of the people I know who participated in them say it was worth it.

12. To investors, the sexiest word in the English language is “oversubscribed.” Sometimes it makes tactical sense to start out raising a smaller round than you actually want end up with.

Quelle: So you want to raise seed capital… – Term Sheet.

Was haltet Ihr von den Tipps? Was gibt es da noch zu ergänzen?

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