Wir sprachen mit Siegfried Langbein, Trainer und Coach, über die Kunst des Pitchens und die Dinge, die diesbezüglich auf unsere Teilnehmer bei der Seedlounge @ CeBIT zukommen.
Herr Langbein, als Trainer helfen Sie Personen dabei individuelle Fähigkeiten im Bereich der Selbstpräsentation zu verbessern. Dies beispielsweise mit Blick auf Pitches vor potenziellen Investoren. Was macht aus Ihrer Sicht einen gelungenen Pitch aus?
Starten Sie Ihren Pitch mit einer interessanten Story, einer Geschichte, einem Bild, einer Analogie. Etwas, was möglichst viel Interesse erweckt und den anderen auch emotional mitnimmt. Investoren tendieren dazu, in überzeugende Menschen zu investieren, weniger in Dienstleistungen, Produkte und Technologien. Wirksam ist es weiterhin, wenn Sie es schaffen, bei Ihrer Präsentation authentisch und lebendig zu bleiben. Auf Perfektion und das jedes Wort wie vorher geplant gesetzt ist, kommt es eher nicht an. Da wirken Sie schnell wie eine Maschine und machen es dem anderen schwer, auf der menschlichen Ebene eine Beziehung aufzubauen. Also; eine interessante Story, Ihre Überzeugung und Sie selbst.
Kann man das gezielt trainieren?
Absolut. Wie im Sport trainieren Sie auch die bevorstehende Bühnensituation. Als Unternehmer, als StartUp, als Gründer sind Sie sowieso gefordert, sich auf dem Marktplatz zu präsentieren und zu überzeugen. Auf der Basis lässt sich hervorragend an der Story, Rhetorik, Dramaturgie, Körpersprache und Überzeugungskraft arbeiten. Das beinhaltet auch, dass jeder seinen Pitch individuell trainieren wird. Weil eben jeder Mensch einzigartig ist.
Sie haben mit den Teilnehmern der Seedlounge einen Workshop. Im Verlauf des Accelerator Programms stehen sehr unterschiedliche Pitches auf dem Programm. Vom 20-30 Sekunden Pitch auf Video, über den 2-3 Minuten betapitch und den 5-Minutenpitch des Geschäftsmodells am Freitag auf der webciety Bühne bis hin zu den finalen Elevator-Pitches am Samstag. Worauf müssen sich unsere Kandidaten einstellen und was werden sie vermitteln?
In der Kürze der Zeit wird es um Finetuning und viel Üben gehen. Ich gehe davon aus, dass die Kandidaten schon formulierte Antworten auf die üblichen Fragen haben: Was für ein Marktproblem löse ich? Was ist der Nutzen? Was macht mich von anderen unterscheidbar? Wie wird es vermarktet? Und wie wird der Investor Geld mit seiner Investition in meine Idee verdienen? Dann werden wir in den 90 Minuten an der Wirkung auf die Zuhörenden feilen; Körpersprache, Überzeugungskraft usw. Natürlich ist der finale Pitch am Samstag ein Wettkampf, wo es einen Gewinner geben wird. Und wie beim Sport werden wir in der Vorbereitung auf Spaß und eine gewisse Leichtigkeit achten.
Abschließend die Frage, was glauben Sie nehmen die Teilnehmer der Seedlounge mit nach Hause, wenn Sie die Seedlounge hinter sich haben?
Ich bin mir sicher, dass jeder mit einer intensiven und spannenden Erfahrung im Gepäck nach Hause reist. Was ist das eigentlich für eine Idee, mit der ich diese Welt (ein wenig) verändern will? Wie transportiert man so eine Idee? Was kann ich selbst dazu beitragen, dass meine Idee und der Funke überspringt? Die Seedlounge wird diese und andere Fragen wie in einem Kaleidoskop beleuchten und konkretisieren.
Vielen Dank für das Interview.










